Forellenangeln im Sommer – das kann eine ganz schöne Herausforderung sein. Denn im Sommer ist das Angeln am Forellensee tendenziell am schwierigsten. Frühling und Herbst sind deutlich viel versprechender. Wie du allerdings trotzdem im Sommer deine Forellen fangen kannst und welche Fehler du vermeiden solltest erkläre ich dir in diesem Beitrag.
Forellenangeln im Sommer – Verhalten der Forellen
Um erfolgreicher zu sein müssen wir erstmal verstehen wie sich die Fische im Sommer verhalten. Im Sommer ist es in der Regel warm und Forellen mögen nunmal lieber kaltes und vor allem sauerstoffreiches Wasser. Und genau dort liegt auch das Problem. Im Sommer heizen sich die Gewässer auf. Somit kann das Wasser weniger Sauerstoff aufnehmen und die Forellen fühlen sich vermehrt unwohl und fahren ihren Stoffwechsel runter und stellen in der Regel auch das Fressen und Jagen vermehrt ein. Die Kombination aus warmen und Sauerstoff ärmeren Wasser wirkt stark auf die Forellen ein.

Die Forellen sind also in der Regel sehr träge. Wir als Angler müssen uns darauf einstellen und unsere Methoden anpassen oder eben in den ganz heißen Wochen einfach das Angeln sein lassen und ins Freibad gehen. Generell stehen die Forellen aber entweder oberflächennah (bei etwas wind steigt der Sauerstoffgehalt an der Oberfläche) aber sind nicht gerade aktiv oder ganz am Grund da es dort etwas kühler ist. Wie wir Menschen bevorzugen Forellen auch schattige Plätze.
Forellenangeln im Sommer – Auswahl von Gewässer, Zeit und Spots
Es gibt ein paar Dinge auf die ihr achten könnt bei der Gewässerauswahl. Handelt es sich um ein kleinen Teich der dazu noch sehr flach ist? —> Schwierig! Geringe Wassermengen heizen sich schneller auf als große daher wird das Problem hier nur schlimmer. Einzige Abhilfe wäre hier ein Zu- und Ablauf durch einen Bach der für etwas kühleres und frisches Wasser sorgt. Bei großen Sees sieht das etwas anders aus. Hier heizt sich das Wasser gerade am Grund nicht so schnell auf, sodass die Forellen noch einen Rückzugspunkt haben.
Prüft ob euer Gewässer irgendeinen Frischwasser Zulauf hat. Wenn ja ist dort einer der Hot Spots. Bei Tiefen Gewässern sucht die tiefsten Stellen und fischt diese ab.
Die frühen Morgenstunden sind die Prime Time. Gerade wenn es über Nacht wieder schön abkühlt. Wenn ihr dazu noch etwas Wind habt werden die Forellen in den frühen Morgenstunden nach Sonnenaufgang aktiv werden und etwas jagen. Das sind eure Top Aussichten für den Tag. Sobald es warm wird wird man schnell merken dass es deutlich nachlässt. Ich beende meine Angeltage im Sommer oft gegen 10 oder 12 Uhr spätestens.
Hier ist einfach etwas „gesunder Menschenverstand“ gefragt. Wenn ihr ein kleines Gewässer ohne Zulauf habt und seit Wochen über 22 Grad (auch Nachts) sind vergesst es. Das wird ne schwierige Angelei und man tut weder sich noch den Fischen einen Gefallen. Es ist Nachts kühl und ihr habt ein Gewässer mit Frischwasserzulauf —> sehr gute Chancen in den frühen Morgen Stunden.
Forellenangeln im Sommer – die besten Methoden
So kommen wir zum spannenden Teil – die Praxis. Also was haben wir bisher gelernt? Im Sommer stehen die Forellen entweder ganz oben oder ganz unten oder beides. Die Fische halten sich wirklich selten im Mittelwasser auf. Das macht es uns natürlich etwas leichter. Stehen die Forellen ganz oben können wir sie sehen – entweder mit bloßem Auge oder durch steigen oder Wellen. Falls wir nichts sehen liegen die Forellen vermutlich auf dem Grund.
Ich gehe mal davon aus, dass wir mit 2 Ruten fischen wollen. Eine Rute ist für mich immer die UL. Einfach weil es mir am meisten Spaß macht und ich gerne 1 aktive und 1 passive Rute fische. 2 aktive Ruten fischen wird schwierig wenn man kein vier-armiger ist und 2 passive sind natürlich möglich aber mir ein bisschen zu langweilig.
Bei der UL-Rute fische ich mit spoons oder anderen UL Ködern. Gerade im Sommer ist es wichtig, dass wir die Köder ggf. unter der Oberfläche (10 cm) langsam führen können. Die Betonung liegt hier auf langsam. Die wenigsten Forellen werden so hungrig sein dass sie wie ein Torpedo durchs Wasser schießen. Wie erreichen wir das? Die Profis werden sagen UL-Rute mit 2-3 Gramm Wurdgewicht und super leichte Spoons am besten 1g und leichter. Funktioniert aber war mir immer zu teuer. Man kann auch schwerere Spoons nehmen und bei der Köderführung einfach die Rutenspitze hoch nehmen. Ähnlich wie beim Jiggen. Das führt auch dazu, dass auch schwere Spoons langsam unter der Oberfläche geführt werden können. Die Aussteiger-Quote ist dabei nicht höher als bei normaler Führung. Wenn du noch mehr zum Thema UL Ruten etc lernen möchtest kann ich dir hier meinen Beitrag empfehlen —> Klick
Neben der UL Rute würde ich dann noch eine Sbirolino Montage empfehlen. Warum? Man ist auf beide Möglichkeiten gut vorbereitet und somit sehr flexibel. Stehen die Forellen oben in der Oberfläche —> schwimmender Sbiro. Liegen die Kollegen aufm Grund —> sinkender Sbiro. Also eigentlich recht einfach. Für die Vorfächer würde ich dann folgende Kombinationen verwenden:
Oberfläche: schwimmender Sbiro / Wirbel / 2m Vorfach / Pilotkugel/ Haken mit sinkenden Köder
Grund: sinkender Sbiro / Wirbel / 2m Vorfach / kleines Blei / Haken mit steigendem Köder
So kann man sich quasi eine recht flexible Mischung aus Bodentaster und Wasserkugel Montage bauen. Die Vorfächer bereite ich meistens schon vor und gucke dann vor Ort am Wasser ob ich schwimmend oder sinkend fischen möchte. Wenn du noch mehr zum Thema Sbiro Ruten etc lernen möchtest kann ich dir hier meinen Beitrag empfehlen —> Klick
Forellenangeln im Sommer – Die richtige Ausrüstung
Hier meine Produktempfehlung für die oben genannten Montagen:
UL Kombi:
Sbirolino Montage:
Forellenangeln im Sommer – Zusammenfassung & Fehler
So nun nochmal zusammengefasst. Vermeidet unbedingt diese Fehler:
- falsches Gewässer (kein Frischwasser Zulauf und kleiner See)
- falsches Wetter. Bei langanhaltender Hitze bleibt einfach zuhause
- zu schnelle Führung. Macht langsam die Forellen sind in der Regel Träge
- Beginnt mit dem Angeln direkt unter der Oberfläche und am Gewässergrund
- Kommt nicht zu spät. Seid so früh wie möglich am Wasser und haut wieder ab sobald es zu warm wird (mittags)
Das Rezept ist wirklich nicht schwer. Vermeidet scheiß Wetter sucht nach Wasser Einläufen und Schattenplätzen und führt die Köder aktiv aber sehr langsam. Parallel kleine Naturköder direkt unter der Oberfläche oder direkt über dem Grund anbieten.
Damit sollte es klappen und ich wünsche euch viel Erfolg am Wasser!