Forellenköder

Forellenköder Übersicht – Die besten Köder für Forellensee, Teich und Bach

Einleitung

Moin liebe Angler,

wenn ich mir meine bisherigen Artikel hier auf dem Blog so anschaue, fällt mir auf: Ich habe euch schon unzählige Male von Ruten und Rollen erzählt – ob für den See, den Bach oder speziell für die Sbirolino-Montage – aber einen richtigen Übersichtsartikel zum Thema Köder gibt es hier eigentlich noch gar nicht. Das wird heute erstmal nachgeholt.

Denn mal ehrlich: Die beste Rute nützt euch nichts, wenn der Köder nicht passt. Ich bekomme relativ häufig Nachrichten von euch mit der Frage „Janik, was für einen Köder soll ich denn jetzt nehmen?“ – und die ehrliche Antwort ist immer: Es kommt drauf an. Auf das Gewässer, auf die Jahreszeit, auf die Laune der Forellen an dem Tag. Zudem wird der Markt regemäßig geflutet mit neuen Ködern und Designs. In gut sortieren Angelläden oder Online Shops wird man förmlich erschlagen. Aber es gibt natürlich ein paar Köder, die bei mir seit Jahren immer mit in der Box liegen und die einfach zuverlässig fangen.

In diesem Artikel gehe ich einmal komplett durch, welche Köder es gibt, wann ich welchen einsetze und worauf ihr beim Kauf achten solltet. Das Ganze soll euch als Nachschlagewerk dienen – ich werde auch in Zukunft immer wieder hierher verlinken, wenn es in anderen Artikeln um Köderwahl geht.

Naturköder – Die Klassiker

Fangen wir mit den Naturködern an, denn damit habe ich selbst angefangen und viele von euch vermutlich auch.

Bienenmade

Die Bienenmade ist für mich DER Standardköder am Forellensee. Sie ist deutlich größer und auffälliger als eine normale Made, dazu kommt ihr intensiver Geruch, der die Forellen förmlich anlockt. Der Vorteil ist natürlich, dass man Bienenmaden so montieren kann, dass sie sich am Ende drehen (z.B. in einer L-Form) und darauf stehen die Forellen sehr oft. Ich fische sie meistens klassisch an der Posenmontage oder Wasserkugel bzw. Spiro, gerne auch in Kombination mit einem kleinen Stück Forellenteig. Wichtig: Bienenmaden sind empfindlich und mögen keine Hitze – im Sommer also unbedingt kühl transportieren, sonst sind sie nach zwei Stunden in der prallen Sonne hinüber.

Tauwurm und Mehlwurm

Der Tauwurm ist der Allrounder schlechthin und funktioniert eigentlich an jedem Gewässer – See, Teich oder Bach. Gerade an Naturgewässern, wo die Forellen ein natürliches Nahrungsspektrum gewohnt sind, fange ich damit oft ganz gut. Der Mehlwurm ist eher die Ergänzung, wenn die Forellen etwas zickig sind – kleiner, unauffälliger, aber trotzdem fängig. Trotzdem bin ich ehrlich. Ich gehe noch vor einem Trip an den See los und kaufe mir Würmer. Dann eher doch die Bienenmaden – aber wenn ich noch welche vom letzten Ansitz über habe nehme ich die auf jeden Fall mit. Es ist einfach mal eine gelungene Abwechslung zu den Bienenmaden die eben jeder anbietet.

Forellenteig (Powerbait)

Der Forellenteig ist an kommerziellen Forellenseen kaum wegzudenken. Er schwimmt (Oder sinkt) , ist in unzähligen Farben und Geschmacksrichtungen erhältlich und lässt sich super mit anderen Ködern kombinieren. Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Formt den Teig so, dass er wie ein kleiner Propeller aussieht und beim Einholen rotiert – das bringt oft noch mal deutlich mehr Bisse als eine simple Kugel am Haken. Achtung allerdings: An manchen Gewässern ist Forellenteig verboten, das solltet ihr vorher unbedingt mit der Gewässerordnung abklären. Ich habe schon öfter dir Profis am Teich gesehen die mit ganzen Paletten voll Teig ankommen. Ich sags wie es ist – das Zeug kostet mittlerweile ein Vermögen und ihr braucht keine Riesen betrage für PowerBait ausgeben. Ich würde ein Set von ca. 4-6 Dosen empfehlen. Hälfte schwimmend, Hälfte sinkend und farblich vllt. was grelles und etwas nicht so grelles für klarere Teiche.

Kunstköder – Wenn’s aktiv werden soll

Kunstköder sind mein persönlicher Favorit, gerade seit ich mich mehr mit UL-Tackle beschäftige. Der große Vorteil: Ihr müsst euch nicht um Kühlung oder Haltbarkeit kümmern. auch fällt die Beschaffung einfach weg. Man holt sich sich Köder und gut ist und muss nicht vor jeden Trip nochmal neue Bienenmaden holen. Wobei man auch bei guten Anlagen direkt Bienenmaden kaufen kann per Automat. Das Aktive fischen selbst macht mir auch mehr Freude und vor allem kann man die Fische schön suchen. Es ist einfach unkompliziert und man braucht sehr wenig Sachen schleppen. Ich fische in der Regel immer 1 Rute aktiv und 1 Rute passiv.

Spinner

Der Spinner ist ein echter Klassiker und wird meiner Meinung nach völlig unterschätzt. Fast jeder Angler hat noch welche in der Box liegen, kaum jemand fischt aktiv damit – dabei ist er gerade an Tagen, an denen die neuen Trendköder nicht ziehen, oft die Lösung. Größe 1 bis 2 reicht für die meisten Forellenseen völlig aus. Ich habe damit schon an Tagen gefangen, an denen sonst nicht mehr viel ging. Ein Einfacher Mepps in silber oder Gold ist immer für eine Überraschung gut.

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Spoons

Spoons sind weiterhin im  Hype beim Forellenangeln, und das durchaus zu Recht. Die kleinen, leicht gebogenen Blinker in 1,5 bis 5 Gramm haben einen unregelmäßigen, taumelnden Lauf, der Forellen offenbar magisch anzieht. Für den Einstieg reicht eine kleine Auswahl in unterschiedlichen Farben – ich fange persönlich am meisten mit Naturfarben bei klarem Wasser und mit Neonfarben, wenn das Wasser etwas trüber ist oder die Sonne tief steht. Besonders gute Erfahrungen habe ich mit 2-Farbigen Spoons gemacht. Sprich eine Farbe z.B. grün die andere Seite Schwarz oder weiß. Das erzeugt einen Blink Effekt. Aber auch bei den Spoons erzeugen viele Angler eine Begeisterung fürs Sammeln. Wenn ihr erstmal mit ein paar Spoons einsteigen wollt fangt erstmal mit 3-3,5 Gramm an und sucht euch ein paar Farben aus. Die leichten Spoons sollen explizit für das oberflächennahe Angeln sein. Das bekommt man aber auch gut mit 3 Gramm Spoons hin indem man die Rute einfach etwas höher hält.

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Wobbler

Wobbler eignen sich super, wenn die Forellen etwas höher im Wasser stehen oder aktiv jagen. Kleine, leichte Modelle mit 3 bis 5 Zentimetern Länge sind ideal. Am Bach setze ich sie seltener ein, da sie sich in flachem Wasser mit viel Strömung schwerer präsentieren lassen als am See. Ich habe ein paar davon in der Box aber wirklich überzeugt haben mich die Dinger nie so ganz.

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Gummiköder und Twister

Kleine Twister und Gummiwürmer (Tungsten) haben in den letzten Jahren einen richtigen Boom erlebt, und das zurecht. Sie lassen sich super langsam und verführerisch führen, was gerade bei passiven, kälteren Tagen ein großer Vorteil ist. Montiert an einem leichten Jigkopf sind sie unglaublich vielseitig einsetzbar. Man könnte sogar fast von einer Art Drop-Shot Montage reden. Die Gummiwürmer lassen sich wirklich sehr langsam und mit springenden Bewegungen führen. Das kann nochmal den ein oder anderen Fisch bringen wenn etwas ruhiger geworden ist.

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Durchlaufblinker

Soweit ich das mitbekommen sind aktuell die Durchlaufblinker im Trend. Sie werden einfach auf die Schnur aufgezogen, erzeugen eine gute Rotation und Lassen sich sehr sehr gut werfen. Ich bin ehrlich ich habe noch nicht viel damit geangelt deswegen kann ich keine Empfehlung geben. Steht aber auf meiner Liste 🙂

Köderwahl nach Gewässer

Ein Punkt, der mir persönlich sehr wichtig ist: Der beste Köder existiert nicht pauschal, sondern hängt stark vom Gewässer und anderen Gegebenheiten ab. Gerade bei den UL-Ködern wie Spoons Tungsten etc solltet ihr die Köderwahl auf das Gewässer abstimmen. Gerade die Wurfweite entscheidet dann über Sieg und Niederlage. Wenn die Forellen weiter draußen stehen kann der Wobbler noch so gut laufen – es wird nüscht bringen. Gute Wurfweiten lassen sich mit Spoons (3.5 Gramm) und den Durchlaufblinkern erzielen. Spinner auch noch ok aber etwas geringer und mit Tungsten und den kleinen Mini Wobblern wird man keine großen Wurfweifen erzielen.

Am Forellensee bzw. Forellenteich habt ihr meistens ruhiges, oft trübes Wasser mit hoher Fischdichte. Hier funktionieren Forellenteig, Bienenmade und Spoons besonders gut, weil die Forellen an bunte, auffällige Reize gewöhnt sind. Je nach Anlage funktioniert hier oft fast alles weil die Forellen extrem auf starte Reize reagieren und nach Besatz auch oft in Beißlaune sind.

Am Bach sieht die Sache anders aus. Hier ist das Wasser meist klarer, es gibt mehr Strömung und die Forellen sind deutlich scheuer und wilder, da sie sich ihre Nahrung selbst erarbeiten müssen. Hier greife ich fast ausschließlich zu kleinen Gummifischen. Auffällige Kunstköder verscheuchen die Fische an kleinen, klaren Bächen oft eher, als dass sie sie anlocken. Zudem muss man zusehen, dass der Köder auch richtig läuft. Ich fische auch oft kleine Spinner aber man hat oft nicht genug Zeit und Platz um den Köder schnell in den Gumpen absinken zu lassen und ihn direkt zum laufen zu bringen. Je nach Spot eignen sich Spinner sehr gut oder eben gar nicht.

Am Natursee oder Fluss liegt die Wahrheit meistens irgendwo dazwischen – hier lohnt es sich, mehrere Köder im Wechsel auszuprobieren, bis ihr merkt, worauf die Forellen an dem Tag stehen. Oft funktionieren auch hier dunklere Farben wie braun oder Schwarz mit etwas Glitzer sehr gut.

Köderwahl nach Jahreszeit

Auch die Jahreszeit spielt eine riesige Rolle, wie ich ja auch schon in meinem Artikel zu den März-Forellen beschrieben habe. Die Wassertemperatur und Sauerstoffgehalt spielen eine entscheidende rolle. Forellen leben in klaren Bächen und bevorzugen daher kühleres und Sauerstoffreiches Wasser. Im Frühjahr und Herbst ist das Wasser eher kühl um die 15 Grad. Optimale Jagdbedingungen für Forellen –> hier aktiv Fischen. Im Sommer wird das Wasser natürlich schnell sehr warm und die Forellen werden träge. Hier sind die Morgenstunden Gold für aktives Fischen sobald es wärmer wird vermehr passiv. Das kannst du auch gerne nochmal im Artikel zum Forellenangeln im Sommer nachlesen.  Im Winter wiederum sind die Fische meist träge und stehen tief – hier sind langsam geführte oder ganz passiv angebotene Köder klar im Vorteil.

Praktische Tipps aus meiner Erfahrung

Ein paar Dinge, die mir über die Jahre besonders geholfen haben:

– Farbwechsel nicht scheuen: Wenn ein Köder nach 20-30 Minuten keinen Biss bringt, wechselt lieber die Farbe oder Größe, statt stur weiterzufischen.
– Kombinationen ausprobieren: Gerade Forellenteig mit Made oder Mehlwurm zusammen fängt oft besser als jeder Köder für sich allein.
– Kleine Köderbox reicht: Ihr braucht keine 50 verschiedenen Spoons. Eine überschaubare Auswahl in 3-4 Farben und Größen deckt die meisten Situationen ab – Qualität vor Quantität. UND kennt ihre Köder und wisst / lernt wie und wo sie laufen.
– Köder immer testen: Bevor ihr auswerft, lasst den Köder kurz im Uferbereich laufen und schaut, ob er sich richtig verhält. Gerade bei Spinnern und Spoons macht das einen großen Unterschied.

Fazit

Es gibt nicht DEN einen perfekten Forellenköder – und genau das macht das Forellenangeln für mich auch nach so vielen Jahren immer noch spannend. Ob Naturköder oder Kunstköder, am Ende entscheiden Gewässer, Jahreszeit und ein bisschen Experimentierfreude darüber, was an dem Tag zieht. Mein Tipp: Startet mit einer kleinen, soliden Grundausstattung aus Bienenmade, ein paar Spinnern und Spoons – damit seid ihr an den meisten Forellenseen und -bächen bestens gerüstet. Lernt wie und wo die Köder am besten laufen (bezogen auf die Lauftiefe). Sonst wisst ihr nicht wo ich angelt und das ist fatal.

Wenn ihr noch mehr zum Thema Ausrüstung wissen wollt, schaut gerne in meiner Rutenübersicht vorbei oder werft einen Blick auf meine Tackle-Testberichte.

Welcher Köder ist eigentlich euer absoluter Vertrauensköder? Schreibt’s mir gerne in die Kommentare!

LG und viel Erfolg am Wasser,
Janik