Forellenblinker für den Forellensee – Aufbau, Montage & meine Empfehlungen
Moin liebe Angler,
Forellenblinker – auch Spoons genannt – sind speziell für das Forellenangeln entwickelte kleine Löffelblinker. Der Ursprung dieser kleinen Dinger liegt eigentlich im klassischen Löffelblinker. Viele von euch haben bestimmt diesem silbernen mit den kleinen roten Plastik-Flosse am Ende. Ich dachte Spoons sind ein reines Hype Produkt aber sie halten sich enorm. Sie stammen ursprünglich aus Japan und haben sich in den letzten Jahren als absoluter Standard-Köder an Forellenseen etabliert. Mittlerweile gibt es eine unglaubliche Vielzahl von Herstellern und Varianten, sodass man in gut ausgestatteten Angelgeschäften nahezu von Spoons in verschiedenen Farben, Größen und Formen überschüttet wird.
Wenn du dich parallel zu den Theme Rute, Rolle und Köder speziell für das Forellenangeln schlau machen willst kann ich dir meine Übersichtsseiten ans Herz legen:
Außerdem habe ich noch Artikel (wie diesen) für die beste UL Rute und die beste UL Rolle geschrieben 🙂
In diesem Artikel bekommt ihr nicht nur meine konkreten Empfehlungen in unterschiedlichen Preisklassen, sondern auch alles, was ihr über Aufbau, Montage und die richtige Köderwahl wissen müsst.
Forellenblinker im Vergleich – die Übersicht
| Modell | Preisklasse | Gewicht | Form / Lauf | Meine Einschätzung | Link |
|---|---|---|---|---|---|
| FTM Bilg Spoon | Budget (ca. 2,50€/Stück) | 1,7 g | bauchig, starkes Taumeln | 🏆 Preis-Leistungs-Sieger | Ansehen |
| Iron Trout Zest Spoon | Mittelklasse (ca. 3-4€/Stück) | 2,3 g | schlank, kontrastreiche Farbgebung | ⭐ Bester Allrounder | Ansehen |
| Illex Native Spoon | Gehobene Klasse (ca. 7-9€/Stück) | 2,5-7 g | schlank, ausladende Schwingung | 🎯 Beste Verarbeitung | Ansehen |
Meine Empfehlungen im Detail
Preis-Leistungs-Sieger: FTM Bilg Spoon
Der FTM Bilg Spoon ist mein Tipp für alle, die erstmal günstig in eine größere Farbauswahl investieren wollen. Mit nur 1,7 Gramm und seiner bauchigen Form taumelt er sehr stark und läuft dabei angenehm oberflächennah – perfekt, wenn die Forellen nah an der Oberfläche stehen. Für den Preis von rund 2,50€ pro Stück bekommt ihr hier ein absolut solides Werkzeug, mit dem sich super experimentieren lässt, ohne dass es beim Verlust eines Spoons im Geäst gleich schmerzt.
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Für wen geeignet: Einsteiger und alle, die erstmal eine breite Farbpalette zum Ausprobieren wollen.
Bester Allrounder: Iron Trout Zest Spoon
Für alle, die etwas mehr als das absolute Einsteigermodell wollen, ohne gleich ins Premium-Segment zu gehen, ist der Iron Trout Zest Spoon meine Empfehlung. Mit 2,3 Gramm liegt er gewichtsmäßig genau zwischen dem leichten Bilg Spoon und den schwereren Illex-Modellen und punktet mit einer kontrastreichen Farbgebung auf Vorder- und Rückseite, die zusätzlich UV-aktiv ist. Wie beim Bilg Spoon ist auch hier serienmäßig ein scharfer Einzelhaken verbaut, wodurch er an so gut wie jeder Forellenanlage erlaubt ist.
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Für wen geeignet: Alle, die einen zuverlässigen Allrounder für die tägliche Köderbox suchen.
Beste Verarbeitung: Illex Native Spoon
Wer bereit ist, etwas mehr zu investieren, bekommt mit dem Illex Native Spoon einen der hochwertigsten Spoons, die ich kenne. Die japanische Verarbeitung merkt man dem Köder sofort an: Er läuft mit einer ausladenden, aber nicht zu hektischen Schwingung und entfaltet in der Absinkphase einen zusätzlichen Rolling-Effekt, der gerade größere, erfahrene Forellen überzeugt. Erhältlich in mehreren Gewichtsklassen zwischen 2,5 und 7 Gramm, sodass ihr ihn an nahezu jede Tiefe anpassen könnt.
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Für wen geeignet: Fortgeschrittene, die auf erstklassige Verarbeitung und Lauf setzen und dafür etwas mehr zahlen wollen.
Warum Spoons?
Spoons sind nach wie vor in aller Munde und es haben sich schon regelrechte Fangruppen nur über das Spoonangeln gebildet. Aber worin genau liegt der Reiz dieser Angelei?
Ein Reiz ist wohl die Flexibilität und die Einfachheit. Man benötigt nur sehr wenig und vor allem leichtes Gerät, denn die Forellenblinker wiegen meist zwischen 1 und 3 Gramm. Theoretisch reicht eine kleine UL-Rute, eine 1000er Rolle mit einer 0,06-0,08er geflochtenen Schnur oder vergleichbaren Mono, dazu ein Vorfach und eine Box mit Spoons und ein paar Snaps – fertig.
Gerade diese Leichtigkeit ist bei Anglern beliebt, da man nicht viel Ausrüstung zum Angelplatz schleppen muss und am Wasser sehr flexibel ist. So könnt ihr einfach schnell den Platz wechseln, wenn ihr merkt, dass die Forellen in einen anderen Bereich ziehen.
Ein weiterer großer Vorteil: Spoons werden in der Regel bereits mit einem Einzelhaken vormontiert verkauft. Daher sind sie an den meisten Forellenanlagen sehr willkommen, während Spinner und ältere Forellenblinker wegen ihres Drillings häufig verboten werden. Immer mehr Betreiber von Forellenanlagen verbieten Köder mit Drillingen komplett – mit Spoons seid ihr hier also auf der sicheren Seite.
Welche Spoons? Form und Farbe im Detail
Es gibt Spoons mittlerweile in verschiedensten Farben und Formen. Aber braucht man wirklich so eine große Palette? Für den Anfang eher nicht – im Laufe der Zeit wird sich bei euch aber ganz automatisch eine Sammlung ansammeln.
Die Form
Die Form der Spoons ist entscheidend für ihr Laufverhalten und für die Wurfweite. Das Gewicht in Kombination mit der Form sorgt unter anderem für die Lauftiefe.
Schlanke Formen laufen sehr schön unter Wasser und lassen sich als auffällig, aber nicht zu aggressiv beschreiben. Gerade bei langsamer Führung taumeln sie sehr stark. Ein weiterer Vorteil dieser Form ist die hohe Wurfweite – sie fliegt wie ein kleiner Speer und ermöglicht deutlich höhere Distanzen. Das etwas höhere Gewicht sorgt dafür, dass sie auch in tieferen Wasserschichten sicher geführt werden können. Dazu solltet ihr dem Spoon ein paar Sekunden Zeit zum Absinken geben und während des Einkurbelns gelegentlich einen Spinnstopp einlegen.
Bauchige Formen wie der FTM Bilg Spoon haben ein sehr gegenteiliges Verhalten. Sie sind meist leichter und ihr Laufverhalten taumelt dadurch noch stärker. Die Kombination aus Gewicht und Form sorgt aber auch dafür, dass diese Spoons sehr oberflächennah laufen. Sie eignen sich perfekt, wenn die Forellen nah an der Oberfläche stehen und durch langsames oder auch aggressives Führungsverhalten zum Biss überredet werden können.
Die meisten Spoons im Handel haben eine „gemischte“ Form – nicht ganz schlank, aber auch nicht bauchig. Das macht sie zu Allroundern mit dem Spoon-typischen Laufverhalten. Da sie an vielen Forellenanlagen entsprechend häufig gefischt werden, gelten sie mancherorts schon als etwas überfischt – trotzdem werden mit ihnen weiterhin zuverlässig Forellen gefangen.
Wichtig generell: Form und Gewicht entfalten ihre Wirkung nur in Kombination mit der richtigen Einholgeschwindigkeit. Selbst ein 4-Gramm-Spoon bringt nichts, wenn ihr ihn zu schnell einholt und damit zu hoch fischt.
Die Farbe
Fische und besonders Raubfische haben bekanntlich sehr gute Augen und können sogar mehr Farben erkennen als wir Menschen, da sie auch in den UV-Bereich sehen können. Insbesondere bei Forellenblinkern gibt es eine extrem hohe Auswahl an Farben und Farbmustern. Mit den Basics seid ihr aber bereits sehr gut ausgestattet.
Die absoluten Klassiker sind Grün, Gelb und Orange – daran kommt kaum ein Angler vorbei. Daneben lohnen sich aus meiner Erfahrung noch:
- Pink: eine sehr fängige, aber von vielen Anglern unterschätzte Farbe – gut, um sich am Wasser etwas abzugrenzen
- Blau: eine stark unterschätzte Farbe für Forellenblinker. Blaues Licht liegt in der Wellenlänge nah am UV-Licht, tritt daher leichter in tiefere Wasserschichten vor und wird von Fischen ab einer gewissen Tiefe besser erkannt. Ich fische Blau gerne zu späteren Tageszeiten als Mischung aus Schock- und Naturfarbe.
- Weiß: eine sehr natürliche Farbe, die gerade in schlanker Form einen kleinen, silbrigen Beutefisch gut imitiert
Eine schwarze Rückseite erzeugt zusätzlich einen starken Kontrast, der durch das Taumeln des Spoons einen Blinkeffekt erzeugt, wie er nur bei Spoons wirklich gut funktioniert. Am stärksten ist dieser Effekt bei der Kombination Weiß-Schwarz, da beide Farben den größtmöglichen Kontrast bilden.
Forellenblinker: Die Montage
Die Montage beim Spoonangeln ist denkbar einfach. Ihr braucht nicht besonders viel, und das Gerät bleibt dabei schön leicht und flexibel.
Die Rute
Bei der Rute ist entscheidend, wie viel Wurfgewicht sie hat, da Forellenblinker nur sehr wenig Eigengewicht haben. Wichtig ist, dass sich die Rute mit leichten Ködern gut auflädt und dadurch gute Wurfweiten ermöglicht. Wie ihr die passende UL-Rute für den Forellensee findet und welche Modelle ich aktuell in unterschiedlichen Preisklassen empfehle, habe ich in einem eigenen, ausführlichen Artikel zusammengefasst.
👉 Zu meinem Artikel: UL-Rute für den Forellensee
Die Rolle
Hier gibt es nicht viel zu sagen: Es sollte eine leichte 1000er Rolle mit einer zuverlässigen, feinfühligen Bremse sein, die eine langsame Einholgeschwindigkeit ermöglicht. Wichtig ist vor allem, dass Rute und Rolle schön ausbalanciert sind. Welche UL-Rollen ich aktuell empfehle, findet ihr hier:
👉 Zu meinem Artikel: Beste UL-Rolle für den Forellensee
Die Schnur
Hier spalten sich die Lager. Die einen setzen auf monofile Schnur, die anderen auf geflochtene. Ich selbst fische eine 0,07er geflochtene Schnur das ganze Jahr über, da sie mehr Köderkontakt bietet, dünner ist und dadurch höhere Wurfweiten ermöglicht. Nachteil ist die Kälteanfälligkeit im Winter – bei Temperaturen unter 0°C wird monofile Schnur zur einzig sinnvollen Wahl.
Wer monofile Schnur bevorzugt, tut das meist wegen der Dehnbarkeit: Sie fängt harte Schläge besser ab und eignet sich tendenziell besser im Winter. Für Anfänger würde ich hier eine 0,16er Hauptschnur empfehlen, Fortgeschrittene können auch auf 0,14 runtergehen.
Wichtig: Wer geflochtene Schnur fischt, sollte immer ein etwa 1,5 Meter langes Fluorocarbon-Vorfach verwenden.
Forellenblinker: Der Anhieb und Drill
Einer der häufigsten Fehler beim Spoonangeln betrifft den Anhieb und den Drill. Hier ist das Verhalten nämlich genau gegenteilig zum Hecht- oder Zanderangeln.
Ihr solltet nicht direkt den Anhieb setzen, sobald ihr den ersten Ruckler spürt – sonst zieht ihr den Spoon einen halben Meter von der Forelle weg, wodurch oft das Interesse schwindet. Wichtig ist, einfach ruhig weiterzukurbeln, wenn ihr merkt, dass eine Forelle Kontakt aufnimmt. Die Bremse sollte dabei so eingestellt sein, dass die Forelle leicht Schnur nehmen kann, der Kontakt aber nicht sofort verloren geht. Sobald der Fisch richtig hängt, könnt ihr die Bremse etwas schließen und der Drill kann beginnen.
Beim Drill selbst ist es besonders wichtig, die Rute unten zu halten. Haltet ihr sie zu weit nach oben, verleitet ihr den Fisch dazu, aus dem Wasser zu springen – dabei schütteln Forellen den Köder besonders häufig ab. Bei Spoons geht das aufgrund des Einzelhakens noch leichter als bei anderen Ködern. Lasst die Rute beim Drill also unten und hebt sie nicht nach oben.
Häufige Fragen zu Forellenblinkern
Was ist ein Forellenblinker (Spoon)? Ein Forellenblinker, auch Spoon genannt, ist ein kleiner, leicht gebogener Löffelblinker, der speziell für das Forellenangeln entwickelt wurde. Durch seine Form taumelt er beim Einholen unregelmäßig, was Forellen zum Biss animiert.
Welches Gewicht sollte ein Spoon für den Forellensee haben? Die meisten Forellenspoons wiegen zwischen 1 und 4 Gramm. Leichtere Spoons eignen sich eher für oberflächennahes Fischen, schwerere Modelle erreichen größere Tiefen.
Welche Farbe fängt am besten am Forellensee? Grün, Gelb und Orange gelten als Klassiker, mit denen ihr an fast jedem Forellensee gut aufgestellt seid. Bei klarem Wasser oder viel Angeldruck lohnt sich auch der Griff zu weniger gefischten Farben wie Pink oder Blau.
Welche Rute und Rolle passen zum Spoonangeln? Ideal ist eine leichte UL-Rute mit einem Wurfgewicht von etwa 1-5 g in Kombination mit einer leichten 1000er Rolle. Genauere Empfehlungen findet ihr in meinen Artikeln zur UL-Rute und UL-Rolle für den Forellensee.
Fazit
Forellenblinker gehören für mich zur absoluten Grundausstattung an jedem Forellensee – sie sind einfach zu handhaben, an fast jeder Anlage erlaubt und mit der richtigen Form- und Farbwahl extrem fängig. Wenn ihr euch nicht selbst durch das riesige Angebot wühlen wollt: Für den Einstieg würde ich zum FTM Bilg Spoon greifen, als Allrounder zum Iron Trout Zest Spoon und wer auf erstklassige Verarbeitung setzt, zum Illex Native Spoon.
Welcher Spoon ist eigentlich euer absoluter Vertrauensköder? Schreibt’s mir gerne in die Kommentare!
LG und viel Erfolg am Wasser, Janik
Netter Beitrag, habe mir deine Spoons mal bestellt und werde testen. Qualität scheint okay zu sein, habe 1-2 kleine Nasen im Lack gefunden. Bin gespannt auf das Laufverhalten, die 3,5 Balzer fand ich ziemlich schlecht.
Planst du eventuell auch noch leichtere Spoons für die Oberfläche?
Moin Tim!
Vielen Dank für deinen Kommentar und die Bestellung. Danke auch für den Hinweis mit den Lacknasen. Da muss ich nochmal schauen ob bei der Produktion was schief gelaufen ist! Meld dich gerne mal ob du damit ein paar Forellen zum Landgang überreden konntest 🙂
Leichtere Spoons sind aktuell noch nicht geplant. Die 3,5 Gramm Spoons nehme ich aktuell auch für die Oberfläche indem ich einfach die Rutenspitze hoch halte. Aber ich gucke mal ob sich was machen lässt 🙂
Lg Janik
Hallo Janik,
Ich habe deine Spoons jetzt mehrfach testen und einige gute Forellen an den Haken bekommen. Bei Amazon kommt auch noch eine passende Bewertung ?. Ich finde sie echt super, laufen bei verschiedenen Geschwindigkeiten extrem gut und haben sehr gute Flugeigenschaften. Deine fliegen trotz der 3,5g deutlich weiter als günstige von Troutlook. Auch Korrosionen treten kaum auf trotz diverse Einsätze und manchmal etwas feuchter Lagerung. Leider habe ich den schwarz-weißen verloren ?. Kann man auch einzelne nachbestellen bzw. Bei einem neuen Set einen zusätzlich bekommen? Wollte jemanden zur bestandenen Fischereiprüfung machen einen Satz schenken.
Hallo Tim,
Danke für deinen Kommentar! Freut mich wirklich sehr, dass dir die Spoon gefallen 🙂
Ich habe Zuhause aktuell keine Sets mehr daher kann ich selber nichts mehr verschicken bzw. auf Wünsche eingehen.
Allerdings gibt es meine Spoons jetzt im Köderkiosk online Shop. Da kannst du auch einzeln Spoons nachbestellen!
Hier ist der Link!
LG Janik 🙂
Hallo liebe Angelfreunde!
Bei den üblichen Methoden die beim Angeln mit Spoons zu beachten sind, sind auch die Mondphasen nicht ganz außer Acht zu lassen. Ich durfte bei meinen oftmaligen Angeln mit Spoons die Erfahrung machen, daß die Bißfreudigkeit der Forellen und Saiblinge rund um den Vollmond, immer am größten war.
Ich wünsche immer stramme Leine und dicke Fische am Haken!
Anton