Forellenblinker – Alles was du über Spoons wissen musst!

Forellenblinker – Alles Was du über Spoons wissen musst!

 

Forellenblinker (auch Spoons genannt) sind speziell für das Forellenangeln entwickelte kleine Löffelblinker. Sie stammen ursprünglich aus Japan und haben sich in der Vergangenheit als sehr gängig erwiesen. Sie sind heutzutage kaum mehr weg zu denken und lassen sich wohl in den meisten Köderboxen der Forellenangler wiederfinden. Mittlerweile gibt es eine unglaubliche Vielzahl von Herstellern und Varianten, sodass man in gut ausgestatteten Angelgeschäften nahezu von Spoons in verschiedenen Farben Größen und Formen überschüttet wird. Worauf es aber tatsächlich ankommt und was du bei der Auswahl deiner Forellenblinker beachten solltest erfährst du in diesem Beitrag.

 

Forellenblinker: Die Montage

Die Montage ist bei Spoonangeln denkbar einfach. Ihr braucht nicht besonders viel und die Montage ist schön leicht und Flexibel.

Die Rute:

Bei der Rute ist es natürlich entscheidend wieviel Wurfgewicht diese hat, da die Forellenblinker nur sehr wenig Eigengewicht haben. Mittlerweile gibt es eine sehr große Auswahl an Ruten und sogar welche die ein sehr speziellen Wurfgewicht von 0-3 Gramm haben.

Mir persönlich sind diese Ruten zu fein und nicht universal genug. Wer aber eine Rute ausschließlich für Spoons und evt. Gummis haben möchte ist mit sowas gut bedient.

Ein guter Kompromiss stellt in meinen Augen die FTM Virus Spoon dar. Sie wurde speziell für das Spoonangeln entwickelt ist aber dennoch noch in anderen Gebieten einsetzbar.

Ich persönlich fische die Shimano Catana EX. Diese Rute ist etwas stabiler und somit auch für größere Köder geeignet. Sie verfügt über ein Wurfgewicht von 3-14 Gramm, lädt sich aber auch mit kleineren Ködern noch gut auf. Ich brauche einfach etwas mehr Rückgrat in meiner Rute und etwas mehr Flexibilität. Wenn dich die Rute interessiert kannst du dir gerne meinen Testbericht durchlesen.

Allgemein ist bei der Rute zu beachten, dass sie sich gut auflädt und somit gute Wurfweiten mit leichten Ködern ermöglicht. Die restlichen Komponenten sollte den eigenen Anforderungen angepasst werden.

 

Die Rolle:

Hier gibt es nicht viel zu sagen. Es sollte eine leichte 1000er oder 2000er Rolle mit einer zuverlässigen Bremse sein. Es kommt hier darauf an, dass die Rute und Rolle schön ausbalanciert ist. Zudem sollte die Rolle eine langsame Einholgeschwindigkeit ermöglichen.

Viele Spoonangler verwenden die Daiwa Ninja.

 

Die Schnur:

Hier spalten sich die Lager. Die einen setzen auf Monofile Schnur die anderen auf geflochtene. Ich verwende eine 0,07er geflochtene die ich das ganze Jahr über fische. Ich fische mit geflochtener Schnur da diese mehr Köderkontakt bietet und dünner ist. Somit lassen sich leichter höhere Wurfweiten realisieren. Nachteile sind z.B. die Kälteanfälligkeit im Winter. Bei Temperaturen unter 0° wird die Mono zur einzig sinnvollen Schnur.

Die Angler die Monofile Schnur bevorzugen tun dies aufgrund der Dehnbarkeit. Sie kann harte Schläge besser abfangen und eignet sich tendenziell besser im Winter. Hier würde ich für Anfänger eine 0,16er Hauptschnur empfehlen. Fortgeschrittene können auch auf 0,14 runter gehen.

Fakt ist: Wer geflochtene Schnur fischt sollte ein etwa 1,5 Meter langes Fluocarbon-Vorfach verwenden.

Forellenblinker: Warum Spoons?

 

Spoons sind nach wie vor in aller Munde und es haben sich schon regelrechte Fangruppen nur über das Spoonangeln gebildet. Aber worin genau liegt der Reiz in dieser Angelei?

Ein Reiz ist wohl die Flexibilität und die Einfachheit dieser Angelei. Man benötigt nur sehr wenig und vor allem leichtes Gerät denn die Forellenblinker wiegen meist zwischen 1 und 3 Gramm. Theoretisch reicht eine kleine UL Rute eine 1000er oder 2000er Rolle mit ein 0,06-008er geflochtene oder einer vergleichbaren Mono. Dazu ein 0,20er Vorfach und eine Box mit Spoons und ein paar Snaps – fertig. Ich verwende zum Spoonangeln die Shimano Catana EX Rute. Diese verfügt zwar über ein etwas höheres Wurfgewicht als übliche UL Ruten, aber dadurch wird sie flexibler und kann auch noch anderweitig eingesetzt werden. Falls du noch mehr über die Shimano Catana lesen möchtest kannst du dir gerne hier meinen Testbericht ansehen.

Gerade diese Leichtigkeit ist beliebt bei den Angler da man nicht viel Ausrüstung zum Angelplatz (geschweige denn wieder ins Haus) schleppen muss und am Wasser sehr flexibel ist. So kann man einfach schnell den Platz wechseln wenn man merkt dass die Forellen in einen anderen Bereich ziehen.

Die Spoons werden in der Regel bereits mit einem Einzelhaken vormontiert verkauft. Daher sind die Spoons an den meisten Forellenanlagen sehr willkommen während Spinner und ältere Forellenblinker wegen ihres Drillings häufig verbannt werden. Die Betreiber von Forellenanlagen neigen immer mehr dazu Köder mit Drillingen an ihren Seen zu verbieten, vermutlich da immer wieder Angler versucht haben Fische mit den Drillingen zu reißen. Leider gibt es auch unter Anglern immer wieder schwarze Schafe jedoch ist das angeln mit Einzelhaken eine Philosophie die zum Glück bei den meisten Anglern bereits angekommen ist. Daher ist man den Spoons auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

 

Forellenblinker: Welche Spoons?

Es gibt die Spoons mittlerweile in verschiedensten Farben und Formen. Aber braucht man wirklich so eine große Palette an Spoons? Ich behaupte für den Anfang eher nicht. Jedoch werden sich im Laufe der Zeit einige Modellen zusammen kommen.

 

Was du bei der Auswahl beachten solltest:

Die Form:

Die Form der Spoons ist entscheidend für ihr Laufverhalten und für die Wurfweite. Das Gewicht in Kombination mit der Form sorgt unter anderen für die Lauftiefe.

Im Folgenden möchte ich hier einige Formen von Forellenblinkern vorstellen:

Forellenblinker Spoons

 

Ich habe mir selber ein Anfänger Set nach meinen eigenen Vorstellungen und Wünschen Designed und herstellen lassen. Bei dem Set habe ich auf 3 Gramm Spoons mit einer schlanken Form gesetzt. Die Form hat den Vorteil, dass die sehr schön unter Wasser läuft. Das Laufverhalten kann man als auffällig aber nicht zu aggressiv beschreiben. Gerade bei langsamer Führung taumelt der Spoon sehr stark. Ein weiterer Vorteil dieser Form ist die hohe Wurfweite. Die Form sorgt dafür dass der Spoon sehr gut (wie ein Speer) fliegt und somit können deutlich höhere Wurfweiten erzielt werden. Das Gewicht von 3 Gramm sorgt dafür, dass die Forellenblinker auch in tieferen Wasserschichten zuversichtlich geführt werden können. Die Forelle auf dem Bild wurde in etwa 2,5 Meter tiefe gefangen. Dazu sollte man dem Spoon jedoch ein paar Sekunden Zeit zum absinken geben und auch während des einkurbelns gelegentlich einen Spinnstop einlegen.

 

Jedoch gibt es auch andere Formen die durchaus ihre Vorteile haben:

 

Forellenblinker Spoons
FTM Bilg Spoon KLICK!

Diese Spoons der Firma FTM haben ein sehr gegenteiliges Verhalten. Sie wiegen nur 1,2 Gramm und haben eine bauchigere Form. Die führt dazu, dass ihr Laufverhalten sehr stark taumelt. Die Kombination aus Gewicht und Form sorgt jedoch auch dafür, dass diese Spoons sehr oberflächennah laufen. Sie eigenen sich perfekt dafür wenn die Forellen sehr nah an der Oberfläche stehen und durch langsames oder auch aggressives Führungsverhalten zum Biss überredet werden können.

 

Die meisten Spoons die im Handel erhältlich sich haben eine „gemischte“ Form. Die sind nicht ganz schlank aber auch nich bauchig. Das macht sie eher zu Allroundern. Sie haben das Spoon-typische Laufverhalten und eignen sich für das Fischen knapp unter der Oberfläche. Ich persönlich fische nur ungern mit solchen Spoons, da sie sehr häufig an den Forellenanlagen gefischt werden und damit teilweise schon als überfischt gelten. Aber es werden genug Forellen mit diesen Spoons gefangen. Auch davon sollten sich einige in der eignen Köderbox wiederfinden.

Allgemein kann man noch sagen, dass die Form und das Gewicht nur in Kombination mit der richtigen Einholgeschwindigkeit Einfluss haben. Selbst 4 Gramm Spoons bringen nichts wenn man sie zu schnell einholt und somit zu hoch fischt!

Bedenkt unbedingt die Form und deren Wasserverdrängung. Davon hängt ab wie schnell bzw. langsam ihr sie führen müsst um in der richtigen Tiefe zu fischen!

 

Die Farbe

Kommen wir zum zweiten Punkt: Die Farbe!

In meinen Augen einer der wichtigsten aber teilweise auch sehr überspitzten Thematiken im Angelsport.

Fische und besonders Raubfische haben bekanntlich sehr gute Augen und können sogar mehr Farben erkennen als wir Menschen da sie in den UV-Bereich sehen können. Insbesondere bei Forellenblinkern gibt es eine extrem hohe Auswahl an Farben und auch Farbmustern. Hier den Überblick zu behalten kann sehr schwierig werden. Aber ich bin der Meinung, dass man mit den Basics bereits sehr gut ausgestattet ist!

Bei der Auswahl meiner Spoons habe ich in verschiedensten Gruppen nachgefragt was die Lieblingsfarben der Angler seien. Und es gab durchaus Farben die immer wieder genannt wurden. Die Klassiker sind Grün, Gelb und Orange. An diesen Farben kommt wohl kein Angler dran vorbei.

Aber bei meinen Spoons habe ich noch einige weitere Farben dazu gewählt. Ich habe noch Pink, Weiß und Blau hinzugefügt. Pink ist meinen Augen eine sehr fängige Farbe die nicht von zu vielen Anglern gefischt wird. So kann man sich schnell etwas abgrenzen und dadurch die ein andere Überraschung erleben.

Forellen SpoonBlau ist in meinen Augen eine sehr unterschätzte Farbe für Forellenblinker. Blaues Licht ist dem UV-Licht am nächsten bzgl der Wellenlänge. Daher tritt es leichter in tiefere Wasserschichten vor und kann von Fischen ab einer gewissen Tiefe besser erkannt werden. Zudem fische ich gerne mit blau zu späteren Tageszeit als Mischung aus Schock- und Naturfarbe.

Als letztes habe ich noch Weiß im Sortiment. Weiß ist für mich eine sehr natürliche Farbe und gerade in der schlanken Form stellt der weiße Spoon einen kleinen silbrigen Beutefisch meiner Meinung nach ziemlich gut dar.

Alle meine Forellenblinker haben eine schwarze Rückseite. Dadurch wird ein Kontrast und durch das taumeln des Spoons gleichzeitig ein Blinkeffekt erzeugt der so nur bei Spoons richtig gut funktioniert. Gerade der weiß schwarze Spoons hat den stärksten Blinkeffekt da Weiß und Schwarz den stärksten Kontrast haben.

 

Forellenblinker: Der Anhieb und Drill

Einer der häufigsten Fehler beim Spoonangeln sind der Anhieb und der Drill. Hier ist das Verhalten nämlich genau gegenteilig zum Hecht oder Zanderangeln.

Es darf nicht direkt der Anhieb gesetzt werden sobald man den ersten Ruckler spürt. Sonst zieht man den Spoon einen halben Meter von der Forelle weg und somit schwindet auch oft das Interesse.

Wichtig ist einfach ruhig weiter zu kurbeln wenn man merkt, dass eine Forellen den Kontakt aufnimmt. Die Bremse sollte dabei so eingestellt sein, dass die Forelle leicht Schnur nehmen kann aber der Kontakt nicht gleich beim Abziehen verloren geht. Sobald der Fisch richtig hängt kann die Bremse etwas geschlossen werden und der Drill kann beginnen.

 

Beim Drill ist es sehr sehr wichtig die Rute unten zu halten. Hält man die Rute nach oben verleitet man den Fisch dazu aus dem Wasser zu springen. Dabei schütteln die Forellen den Köder besonders häufig los. Bei den Spoons geht das auf aufgrund des Einzelhakens besonders leicht. Das wollen wir als Angler natürlich unbedingt vermeiden. Lasst daher die Ruten beim Drill unten und hebt sie nicht nach oben.

 

Ich hoffe dir hat der Beitrag gefallen und ich würde mich freuen wenn du auch auf meinem Instragramm Profil oder meinem Youtubekanal vorbei schauen würdest. Wenn du noch Fragen hast lasse doch gerne einen Kommentar dar.

In diesem Sinne Petri Heil!

PS: Schau doch mal auf meinem Instagram oder YouTube Kanal vorbei!

3 Comments

  1. […] Wenn du noch mehr über die Spoons erfahren willst empfehle ich dir meinen Blogbeitrag zum Thema Spoons: hier klicken! […]

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  2. […] Ich persönlich bin ein Freund der aktiven Angelei mit Spoons und anderen Kunstködern und bin deswegen mit dieser Methode im Schnitt auch erfolgreicher. Wie ich mit Forellenblinkern bzw. Spoons fische kannst du in diesem Blogbeitrag nachlesen!  […]

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  3. […] Die Bremse ist wohl der wichtigste Part einer Rolle, denn sie entscheidet in vielen Fällen, ob man einen Fisch im Drill verliert oder nicht. Da diese Rolle quasi für das Ultralightfischen gemacht worden ist, liegt hier natürlich auch der Fokus auf der Bremse. Denn die Bremse ist nach den Spoons selbst wohl das wichtigste beim Spoonsangeln (wenn du noch Anfänger in Sachen Spoons bist empfehle ich dir meinen „Crashkurs“ in Sachen Spoonangeln: hier klicken). […]

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